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Steter Tropfen höhlt den Stein

Saisonauftakt 2026/2027 der Frauen 1 vom PSV

Artikel vom 8. September 2026

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    Vier Pflichtspiele, ein Sieg, zwei Unentschieden und eine Niederlage, die PSV-Frauen sind mit einer wechselhaften, aber insgesamt vielversprechenden Bilanz in die Saison 2026/2027 gestartet. Gerade mit Blick auf das anspruchsvolle Auftaktprogramm und die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Wochen gibt es dabei einiges, auf das die Grün-Weißen aufbauen können.

    Nach einer intensiven Sommervorbereitung mit einem gestaffelten Laufplan sowie zahlreichen gruppen- und mannschaftstaktischen Einheiten stand mit dem Niedersachsenpokalspiel beim 1. FC Pfeil Broistedt am 12. August der erste echte Härtetest auf dem Programm. Die Duelle mit den „Pfeilen“ sind traditionell körperbetont und umkämpft. Entsprechend wusste der PSV, was ihn erwarten würde.
    Trotz schwieriger Bedingungen mit tief stehender Sonne starteten die Hildesheimerinnen gut in die Partie und erspielten sich bereits in der ersten Halbzeit mehrere gute Möglichkeiten. Ein herber Rückschlag folgte allerdings bereits in der 12. Minute: Nach einem Zusammenprall im Mittelfeld musste Franziska Aue verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für sie kam Thalke Hagedorn ins Spiel, die nach ihrer schweren Knieverletzung wieder fit zur Verfügung steht.
    Die Mannschaft ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen. In der 37. Minute sorgte Sophie mit einem präzisen Chipball in den Strafraum für die Vorarbeit, Vanessa Dorn vollendete zur 0:1-Führung. Nach der Pause legte der PSV direkt nach: Thalke eroberte den Ball im Mittelfeld und Tabea Freiberg, intern bereits als „Friedi“ bekannt, verwertete die anschließende Flanke zum 0:2. Für den Neuzugang damit gleichzeitig der perfekte Einstand im PSV-Trikot.
    Broistedt konnte zwischenzeitlich verkürzen, doch der PSV hielt dem Druck stand. In der 75. Minute war es erneut Tabea Freiberg, die mit ihrem zweiten Treffer den 1:3-Endstand herstellte. Der erste Pflichtspielsieg war perfekt – und damit auch der Einzug in die nächste Runde des Niedersachsenpokals.
    Schwieriger Start in Wolfsburg
    Nur wenige Tage später wartete mit dem Aufsteiger 1. FC Wolfsburg das erste Ligaspiel. Auf dem kleinen Kunstrasenplatz erwischte der PSV zunächst keinen optimalen Start. Vor allem im Zentrum fehlte in den ersten 20 Minuten der Zugriff, die Abstände waren zu groß und Wolfsburg konnte seine schnellen Offensivspielerinnen immer wieder einsetzen.
    Mit zunehmender Spieldauer fand der PSV jedoch besser in die Partie und agierte kompakter. Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Hildesheimerinnen zunehmend die Kontrolle, gewannen mehr Zweikämpfe und erspielten sich mehrere gute Standardsituationen. Gleich zweimal verhinderte die Latte die mögliche Führung.
    In der 74. Minute fiel dann allerdings auf der anderen Seite das 1:0 für Wolfsburg. Ein unglücklicher Pressschlag nach einem langen Ball landete direkt im PSV-Tor. Anschließend verlor die Mannschaft kurzzeitig die Ordnung und Wolfsburg nutzte das Momentum konsequent aus. Drei weitere Treffer folgten, sodass am Ende eine deutliche 4:0 Niederlage auf der Anzeigetafel stand.
    Eine Partie, aus der die PSV-Frauen dennoch wichtige Erkenntnisse mitnahmen. Die eigenen Baustellen wurden analysiert und in den folgenden Trainingseinheiten gezielt bearbeitet.
    Die richtige Reaktion in Göttingen
    Wie wichtig die anschließenden Trainingswochen war und das Testspiel gegen RW Göttingen waren, zeigte sich am zweiten Spieltag. Beim ambitionierten SVG Göttingen wartete erneut ein Gegner, der in den vergangenen Jahren regelmäßig im oberen Tabellenbereich zu finden war.
    Trainer Christopher Padrok forderte nach der Niederlage in Wolfsburg vor allem einen Wechsel im Mindset. Die Mannschaft sollte wieder mit Selbstvertrauen, Disziplin und dem nötigen Willen auftreten. Die Reaktion folgte prompt.
    Zwar geriet der PSV bereits in der 4. Minute nach einer aus Hildesheimer Sicht unglücklichen Abseitsentscheidung mit 0:1 in Rückstand und musste in der 28. Minute sogar das 0:2 hinnehmen. Doch diesmal blieben die Köpfe oben. Die Mannschaft arbeitete sich zurück in die Partie und wurde kurz vor der Halbzeit belohnt: Kapitänin Maja Mierisch verkürzte nach einer Ecke per Kopf auf 1:2.
    Nur wenige Minuten später folgte der nächste große Moment: Tabea „Friedi“ Freiberg traf nach einer starken Aktion zum 2:2-Ausgleich. Der PSV hatte damit nicht nur einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt, sondern auch gezeigt, dass die Mannschaft nach dem schwierigen Auftakt in Wolfsburg mental deutlich gefestigter war.
    In einer kampfbetonten zweiten Halbzeit verteidigten die Grün-Weißen den Punkt schließlich leidenschaftlich bis zum Abpfiff.
    Punktgewinn gegen Aufstiegsfavorit Lehrte
    Am vergangenen Spieltag wartete mit dem SV 06 Lehrte direkt der nächste schwere Brocken. Lehrte gehört seit Jahren zu den ambitioniertesten Mannschaften der Liga und hatte den PSV in der Vergangenheit bereits vor große Probleme gestellt. Zudem musste die Mannschaft erneut mit einer dezimierten Besetzung antreten.
    Umso bemerkenswerter war der Auftritt der Grün-Weißen. Mit großer Disziplin und konsequenter Defensivarbeit hielt der PSV die Partie lange offen und ließ nur wenige klare Möglichkeiten zu.
    Nach einer torlosen ersten Halbzeit gelang in der 74. Minute sogar die Führung: Nach einer starken Aktion im Mittelfeld wurde Jonna Bögershausen perfekt in Szene gesetzt. Die Offensivspielerin blieb vor der Torhüterin eiskalt und lupfte den Ball zum 1:0 ins Netz.
    Lehrte erhöhte anschließend noch einmal den Druck. Torhüterin Jolien Auracher verhinderte mit einer überragenden Parade zunächst den Ausgleich. In der Nachspielzeit führte eine Abwehraktion dann zu einer Ecke für Lehrte. Und es kam wie es kommen musste. Der Eckball wurder zur Zerreißprobe nach der intensiven Partie. Die Zuordnung beim PSV stimmte nicht mehr ganz und Lehrte machte das 1:1.
    Auch wenn sich der Punkt nach dem späten Gegentreffer zunächst etwas bitter anfühlte, konnte die Mannschaft mit Stolz auf die eigene Leistung blicken.

    Nach den ersten vier Pflichtspielen stehen damit ein Sieg, zwei Unentschieden und eine Niederlage zu Buche. In der Tabelle bedeuten diese Ergebnisse aktuell zwei Punkte – die Ausbeute hätte angesichts der gezeigten Leistungen durchaus höher ausfallen können.
    Viel wichtiger ist jedoch die Entwicklung innerhalb der Mannschaft. Nach der deutlichen Niederlage in Wolfsburg zeigte der PSV in Göttingen und gegen Lehrte die richtige Reaktion und bewies vor allem eines: Diese Mannschaft gibt nicht auf.
    Die Saison ist noch jung und der erste Dreier in der Liga lässt noch auf sich warten. Die vergangenen beiden Spieltage haben aber gezeigt, dass der PSV auch gegen starke Gegner mithalten kann und sich mit Geduld, Zusammenhalt und harter Arbeit Schritt für Schritt weiterentwickelt. Jetzt gilt es, die Trainingswoche zu nutzen, weiter an den eigenen Abläufen zu arbeiten und sich möglichst bald mit dem ersten Dreier der neuen Saison zu belohnen. 💚⚽️